Brother Grimm – „The End“

BROTHER GRIMM ist jetzt eine Band

Es war einmal ein Solo-Projekt mit Loops und Samples, das zum Duo und später zum Trio wuchs, so die Überlieferung von Noisolution, die „Das Ende“ am 24.11.23 veröffentlichen. Auf 300 Stück limitiertes grünes Vinyl mit Poster.

Ein Waschbär Berliner wie er im (Märchen) Buch steht mit Stiefelchen aus dem X-Berger Second Hand Laden, ähm Vintage Laden, Kahlschlag auf Kopf und Kinn wie im Fichtenforsts des Sauerlands. Wird er beim nächszen Bandannouncement auf der Liste des beliebten Festivals in eben diesem stehen? Charlie Paschen von COOGANS BLUFF und Enrico Semler von KASKADEUR sind zwei Ausnahmemusiker und Bühnen-Persönlichkeiten zu Dennis Grimm gestoßen, das Märchenland der Brother Grimm Seite muss daher dringend überholt werden… „Zwei Gitarren und Schlagzeug veränderten die Musik aber auch in Sound und Songwriting. Die dunklen, kauzigen und minimalistischen Songs bekamen ein neues Gewand, mehr Rhythmus und Struktur.“ sagt der Promobeauftragte dazu. Spannender kann man es nicht zusammenfassen, und, nach all dem Vorgeplänkel widmen wir uns jetzt mal dem Ende. Also dem Album. 11 Kapitel bis zum – Happy End.

Herr Grimm hat erfolgreich auf Motorsägenvertreter umgeschult und mit seinen neuen Freunden, die im Auftrag des Herrn unterwegs sind, eingängige Rhythmen und hypnotischen Sound produziert. Ob der fröhlichen Melodeien schwingt doch die melancholische Grundeinstellung des alleinreisenden Staubsaugervertreters aka Songwriters mit. Für mich glücklicherweise auf englisch, denn ich hab ja ne Deutsch-Singer-Sperre, …aber dieses Wattestäbchen zum Beginn will sich einfach nicht in die Reihe stellen lassen – das Ding will Krieg mit mir, verdammt, ich putz dir direkt mal die Ohren frei für den Rest, denn gleich puste ich dir noch das Licht aus und singe Wutheringe Heights!! Ein Kettensägenmasaker in Slow Motion, Nick Cave singt für Velvet Underground. Nicht gerade zeitgemäße Vergleiche, für meine Generation aber wahrscheinlich stimmig und der Rest:soll einfach mal im allgegenwärtigen Smartphone googeln! Zerlegung des Gelsenkirchener Barocks, die liebevoll aufgetragene Politur gerade erst eingezogen, wird von kundigen Händen zerlegt, in Wattebällchen verpackt und als Song der Nachwelt vermacht. Wo der Märchenonkel eben noch grummelige Blutrunst von sich gab, wird nun Bart-und hemmunslos die noch grüne Trauerweide gekappt. Depeche Mode mit Zauberfeen-Glitzer bestäubt. Beinahe zarter Trommelwirbel umwebt die Geschichten, die der singende Bruder mit einer wohlbekannten 80ger Wave-Pop Intonation (Wem gleicht er gleich noch?) ins Mikrophone entlässt.Einlullend, verführerisch, vertraut. Mit Davis Bowie-Poster an der Kinderzimmerwand aufgewachsen, hocherfreut eine Tradition aufrecht zu erhalten IN Space, floating in space, dreaming und tief in Depressionen abtauchend. Alles drin in der Zuckerwatte. Aufweckender als Track 7 ist dann der Titelgeber. Nr. 8 ist geradezu Speedpunk unter den Songwritersongs.Verdammt abwechslungsreich und aus der Art geschlagen, eine Buche mitten im Sauerregengeplagten Fichtenwald. Danach kommt aber auch noch was, denn wo die Märchen aufhören – und wenn sie nicht gestorben sind, schreiben sie noch weiter, in Sanftmut und in Wut geben die drei Herren nun einander das Ja-Wort. Nr.9 beziehe ich nun mal wirklich komplett auf Berlin, denn wo scheint totale Achtlosigkeit mehr auf totale Freiheit zu treffen wie dort? Kannst machen watte willst, auch auf Verkehrsinseln zelten, juckt Keinen. “ Is mir Egal“ – Zur Krönung, nachdem wir quasi alle Prinzessinen befreit haben, einfach auf Nr. 11 klicken und Grimmsmärchen in vollen Zügen genießen….ebenfalls live auf Tour!

Trackliste:

  1. Q Tip
    1. When The Lights Go Out You Sing Wuthering Heights
    2. High
    3. Homesick
    4. Green
    5. Dead Dogs IN Space
    6. Wake Up
    7. The End
    8. How The Dogs Kill
    9. In A Town Where Noone Gives A Shit
    10. New Order link zum Video

Tour: